Katharina Eberstein – CHACHACHICAS
Katharina Eberstein ist Diplom-Pädagogin und Tanzheilpädagogin und hat in verschiedenen Frauenprojekten im Bereich Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Begegnung behinderter und nichtbehinderter Frauen gearbeitet. Seit 1995 war sie nebenberuflich als Tanzlehrerin tätig, einige Jahre später hat sie den Sprung gewagt und sich mit chachachicas, einer Tanzschule für Frauen/Lesben, hauptberuflich selbständig gemacht. Im Oktober 2009 hat sie sich vergrößert und in der Hasenheide eigene Räume bezogen. Dort bietet sie Kurse für Standard, Latein und Salsa.
Die Frage, warum sie sich selbstständig gemacht hat, beantwortet Katharina Eberstein einerseits mit dem Mangel an vorhandenen Stellen für Diplom-Pädagoginnen in Berlins Frauenprojekten. Andererseits kann sie mit der Selbständigkeit den Spaß an der Tätigkeit als Tanzlehrerin mit der Lust auf Eigenverantwortung verbinden.
Was ist Ihre Unternehmensidee/Philosophie? Inhalte der Arbeit
„Tanzen macht Spaß, es geht mir nicht um Leistung, sondern darum, soziale Kompetenzen und ganzheitlich die Gesundheit von Frauen/Lesben zu fördern - sich vernetzen, Freundschaften schließen, Liebschaften finden und in dieser individualisierten Gesellschaft in Gruppen sein, zusammen ausgehen, sich stärken.
Die verschiedenen Standard/Latein-Tänze sowie Salsa ermöglichen körperliche und damit auch emotionale Erlebnisse von romantisch über todernst bis zu flippig verrückt, je nach Charakter des jeweiligen Tanzes.
An meinen Kursen können die Frauen ohne feste Tanzpartnerin teilnehmen. Diese andere Auffassung von Paartanz ermöglicht es Single-Frauen, Paartanz zu machen und fordert und fördert Flexibilität – ebenso wie der Rollenwechsel: Paartanz gilt als heterosexuelle Domäne, jede Rolle (Führen und Folgen) wird traditionell geradezu mit einem Geschlecht gleichgesetzt. Wenn Frauen/Lesben sich das Führen aneignen, begeben sie sich in Männern vorbehaltene Räume. Dadurch ergibt sich eine Neubewertung der hierarchisierten Rollen.“
Welche Herausforderungen gab es bis zur Gründung, welche danach?
„Die Herausforderungen begannen mit der Gründung: Die finanzielle Unsicherheit ist sehr belastend. Die extrem vielseitigen Tätigkeiten (Verwaltung, Buchhaltung, Werbung, Veranstaltungsorganisation, Haus/Raumverwaltung, Umgang mit Kundinnen, Konfliktlösungen …) sind kaum zu bewältigen. Frau wird zum Allround-Talent und muss sich vorm Burn-out gut schützen.“
Was macht Ihnen an der selbstständigen Tätigkeit am meisten Spaß? Was möchten Sie anderen Gründerinnen mit auf den Weg geben?
„Ich liebe die Freiheit, Inhalt und Form selber bestimmen zu können, besonders die freie Zeiteinteilung. Und das Unterrichten selbst: Ich liebe es, wenn die Frauen immer sicherer und lebendiger beim Tanzen werden, wenn sie Feuer fangen. Und wenn verbindliche (Gruppen-)Kontakte zwischen den Frauen entstehen, wenn das soziale Netz wächst, freut es mein Herz.
Ohne ein gutes Freundinnennetz für die moralische Unterstützung, möglichst ein finanzielles Polster und auch fachliche Unterstützung, um Arbeit delegieren zu können, sollte sich keine Frau selbständig machen!
(Zum Weiterlesen: „Mit jeder fühlt es sich anders an“ in „Mehr als eine Liebe – Polyamouröse Beziehungen“, Laura Meritt, Traude Bührmann, Nadja Boris Schefzig (Hg), Berlin 2005. Auch unter: www.chachachicas.de/Einblicke)
chachachicas – Katharina Eberstein
Hasenheide 9
10967 Berlin
Telefon: 030-78 70 64 81
Webseite: www.chachachicas.de
E-Mail: tanzen(at)chachachicas(dot)de






