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Forum Finanzierungsformen für Gründerinnen

Das jährlich stattfndende Forum Finanzierungsformen für Gründerinnen stand 2010 unter dem Motto Mikrofinanzierung.

Einen ganzen Nachmittag konnten sich die Besucherinnen über die Finanzierungsmöglichkeiten von Gründungen in Berlin informieren. Antje Ripking, Projektleiterin der Gründerinnenzentrale, erinnerte in Ihrer Begrüßung an die aufregende Gründungszeit der WeiberWirtschaft vor 20 Jahren und unterstrich noch einmal die zentrale Bedeutung einer soliden Finanzierung als Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen Gründung.

Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von Maria Kiczka-Halit moderiert und gab Überblick und Einstieg in den Themenkomplex der aktuellen Förderprogramme, die dann später im Gallery Walk individuell vertieft werden konnten.

Die maßgeblichen Experten und Expertinnen für Gründungsfinanzierung in Berlin stellten sich den Fragen der über dreißig Besucherinnen. Eröffnet wurde die Gesprächsrunde aus aktuellem Anlass mit Ines Hecker von Goldrausch. Goldrausch ist seit März diesen Jahres das einzige akkreditierte Mikrofinanzinstitut ausschließlich für Frauen. Der vor kurzem von der Bundesregierung gestartete Mikrokreditfonds Deutschland, aufgelegt mit einem Volumen von 100 Millionen Euro soll Kredite an Klein- und Kleinstbetriebe bzw. ExistenzgründerInnen sichern. Informationen zu Goldrausch finden interessierte Gründerinnen und Unternehmerinnen aus Berlin hier Goldrausch. Der neue Fonds hat keinen Einfluss auf die ungebrochen hohe Nachfrage an das bestehende Mikrofinanzprogramm der IBB, dies bestätigte Herr Freier von der Investitionsbank Berlin. Dr. Christian Segal, Leiter des KompetenzCenters Gründungen der Berliner Sparkasse und Herr Wegner, Leiter des GründerCenters der Berliner Volksbank erläuterten für die Hausbanken das Startgeldprogramm der KFW, mit dem Existenzgründerinnen, Freiberuflerinnen und kleine Unternehmen gefördert werden, die weniger als drei Jahre am Markt tätig sind und nicht mehr als 50 000 Euro finanzieren müssen. Finanzierungen fangen hier bei 10 000 Euro an, sind aber mit relativ langen Laufzeiten von sechs bis zehn Jahren und günstigen Zinssätzen eine Option für Gründerinnen mit einem etwas größeren Finanzierungsbedarf. Das Prinzip der Berliner Bürgschaftsbank erläuterte Stefanie Tonn. Mit großer Spannung und Interesse wurde auch der Beitrag von Herrn Martins, einem Experten für Gründungen aus dem ALGII des Jobcenter Friedrichhain Kreuzberg aufgenommen, der die konkrete Handhabung für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg darstellte, aber gleichzeitig deutlich machte, dass jeder Bezirk die Richtlinien für sich auslegt, und er für das Prozedere nur allgemeine Aussagen machen kann.

Lebhaft und kontrovers ging es bei den im Anschluss stattfindenden Erfahrungsberichten der Gründerinnen zu. Beide „branchenfremd“, beide aus Kreuzberg, beide haben wunderschöne Ladengeschäfte eröffnet – das sind die Gemeinsamkeiten. Die eine Gründerin hat eine Bankenfinanzierung bekommen und die andere nicht. Ulrike Ludwig, die mit ihrer Kochschule „In a la Munde“ keine Bankenfinanzierung bekommen hatte, schilderte sehr authentisch den nicht immer einfachen Weg zum eigenen Unternehmen. Genau diese leidenschaftliche und persönliche Darstellung war es wohl, die mit einem spontanen Applaus bedacht wurde. Die erste „Runde“ des Forums beschlossen wir mit dem Erfahrungsbericht von Tülin Duman von Goal, einem Laden in Kreuzberg für alles, was das Fußballherz höher schlagen lässt. Frau Duman, von Hause aus Pharmazeutin, konnte mit ihrem Konzept die Sparkasse überzeugen und bekam einen Kredit…

Bei dem Gallery Walk nach der Pause hatten besonders die Tische von Goldrausch, der IBB und dem Jobcenter die meisten Besucherinnen zu verzeichnen. An den Tischen der Hausbanken und der Berliner Bürgschaftsbank ging es in diesem Jahr etwas ruhiger zu. Kein Wunder eigentlich – lautete das Thema doch Mikrofinanzierung.

Wir sind gespannt auf die Entwicklung in den kommenden Jahren, freuen uns auf das nächste Forum und danken an dieser Stelle noch einmal allen Anwesenden Referentinnen und Referenten und natürlich den Gründerinnen!